Rheingalerie – schlecht für Radfahrer

Die Rheingalerie in Ludwigshafen ist gut. Klar, alles was einen Mannheimer nach Ludwigshafen bewegt, kann nur bemerkenswert sein.

Nur mein Radweg, den ich täglich benutze, ist schlechter geworden. Schlecht gedacht und schlecht gemacht. Er bietet mir nun viele Gelegenheiten, fremden Menschen zu nahe zu kommen. Ich beschreibe mal die Fahrt aus Richtung Mannheim kommend. Als Bildergeschichte. Wobei die Anmerkung wichtig ist, dass ich die Bilder (mit Ausnahme des Taxibildes) am Wochenende bei ausgestorbener Stadt gemacht habe.

Auf der Konrad-Adenauer-Brücke gibt es einen Fußgängerweg und einen Radweg. Am Ende der Brücke halbiert sich der Platz. Läufer und Radler müssen schauen, wo sie bleiben. Die Treppe, die die Fußgänger früher ableitete, wurde abgerissen. Den Treppenabsatz sieht man noch rechts hinter dem Zaun. Statt zügig nach unten zu rollen, muss ich grundsätzlich bremsen, weil tütenschleppende Mannheimer (weiter so, immer fleißig kaufen!) entgegen kommen. Diese haben keine zumutbare Alternative, zu Fuß nach Mannheim zu kommen. Der langen Weg zur anderen Brückenseite würde ich auch nicht nehmen. Schilder zur konfliktfreien Seite fehlen sowieso.

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Man gieße an die Beschilderung zur Rheingalerie einen Betonfuß und platziere das formvollendete Gebilde auf dem Rad-Fuß-Weg. Damit nicht nur die Unmotorisierten Probleme haben, direkt hinter einem Mast. Sonst wäre das Schild zu einfach  lesbar. Blinkelampen drumrum, Gefahr gebannt. Städtischer Humor?

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Ab der Ampel dann wieder schmaler werdender, aber exklusiver Radweg. Interessiert niemanden. Habe ich schon die Fußgänger erwähnt?

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Die Tankstelle lasse ich mal weg. Das ist normale Autofahrerunfähigkeit oder –ignoranz.
Der Radweg ändert sein Aussehen. Warum nur? Hätte ich nicht auch auf einem roten Radweg vor der Ampel halten müssen, so wie überall in der Stadt? Die Unterbrechung macht nur direkt am Fußgängerüberweg Sinn, um zu verhindern, dass Fußgänger auf dem Radweg auf Grün warten. Aber warum der riesige Abschnitt?

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Diesen Streifen nutzen nun nämlich Autofahrer, um die Shoppinggemeinde zu entladen oder aufzunehmen. Auch Taxifahrer nutzen den Radweg gerne als Standstreifen. Als Radler geht es auf die Straße oder auf den Gehweg. Verdrängungswettbewerb. Wem schicke ich die Fotos, falls ich jeden Nachmittag solche Bilder machen würde?

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Nach dem “Standstreifen”, nach der Ampel, gibt es wenige Meter farbigen Radweg, der sogleich wieder ausläuft. Wieder folgt gemischte Nutzung. Diesmal relativ breit, aber dahinter folgt eine Bushaltestelle. Da dies nicht England ist, stehen die Wartenden nicht in einer ordentlichen Reihe. Hier ist echte Slalomstrecke. Muss mal Bilder unter der Woche machen. Kann man sich so gar nicht vorstellen.

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Wie ist eigentlich dieses Ende gemeint?

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Die dunklen Linien sollen wohl Busreisende von Fußgängern und Radfahrern trennen? Wahnsinnig effektiv!

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Dann folgt noch eine Ampel, die direkt in einen Nebeneingang der Rheingalerie führt. Wie sollen die Fußgänger verstehen, dass quer dazu ein Radweg läuft? Kein Schild, keine Markierung, nichts.
Aber dann ist auch schon der letzte Kollisionspunkt mit Fußgängern geschafft.

rheingalerie radweg 08

Jetzt gilt es nur noch, nicht von den Autofahrern, die aus dem Parkhaus kommen, erwischt zu werden. Den Konfliktpunkt hat man direkt hinter die Pfeiler gelegt. Obwohl so viel Platz vorhanden ist, dass man eine Splitfläche anlegen musste. Soll ich mal mit Bleistift und einem Blatt Papier vorbeikommen und Alternativen aufmalen?

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Ach ja, der krönende Abschluss. Weil die Brücken bröckeln, wird nach Methode Christo verhüllt und umzäunt. Inzwischen wurden die Zäune nach außen umgesetzt. Am Anfang standen sie auf dem Radweg. Zweimaliger Aufbau belebt die Wirtschaft.
Der Radweg wird also um null Zentimeter enger, aber Radfahrer müssen absteigen? Eigentlich steht nur das Schild selbst im Weg. Lächerlich.

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(Gehört nicht zum Thema, aber auch erzählenswert: Wer mal schöne, große Karabinerhaken braucht, die Stadt Ludwigshafen lässt die verschwundenen Karabinerhaken immer wieder auffüllen. Das rote Bröckeltuch hängt inzwischen wieder einwandfrei. Irgendwann werden sie bestimmt drauf kommen, dass Karabinerhaken, vom Fußweg durch einfaches Bücken erreichbar, keine gute Idee sind.)

Als nächstes überlege ich mir, wen ich mit der Radwegsache bei Stadverwaltung oder Polizei nerve.

10 Gedanken zu “Rheingalerie – schlecht für Radfahrer

  1. Interessanter und gut gemachter (weil nachvollziehbarer) Bericht. Ich würde die Pressestelle der Stadt Ludwigshafen anschreiben und um Stellungnahme bitten. Die koordinieren in der Regel die Antworten.

  2. Ich hatte die Stadt Ludwigshafen um Stellungnahme gebeten, die ich nach 2 bis 3 Wochen auch erhielt. Den Antworttext veröffentliche ich hier. Da ich die Namen gelöscht habe, nehme ich an, dass das in Ordnung ist:

    “Sie haben ihre zunächst nur ins Netz gestellten Anmerkungen zum Thema Radverkehr im Umfeld der Rheingalerie letztlich als Anfrage an den Radwegeingenieur der Stadt Ludwigshafen Herrn [..] gerichtet. Da Herr [...] hier eher eine Betroffenheit der Abteilung Verkehrsplanung sieht, hat er Ihre Anfrage an uns weiter gegeben. Ich möchte mich zuerst dafür entschuldigen, dass die Antwort aufgrund anderer anstehender Arbeiten etwas länger gedauert hat.

    Die von Ihnen vorgetragenen Aspekte sind durchaus verständlich und nachvollziehbar. Vor einer Behandlung Ihrer einzelnen Punkte möchte ich vorab jedoch einige allgemeine Anmerkungen zum Thema Radverkehrsplanung voranstellen. Die Verkehrsplanung der Stadt Ludwigshafen ist stets bestrebt, für Radfahrer wie auch für andere Verkehrsteilnehmer die bestmöglichen Lösungen zu finden. Jedoch können die einzelnen Bedürfnisse nicht für sich allein optimiert und isoliert betrachtet werden, sondern müssen immer im Kontext beurteilt werden. So müssen z.B. berücksichtigt werden die spezifischen Belange der einzelnen Verkehrsmittel, die zur Verfügung stehenden Flächen, die Vorgaben der StVO und letztlich auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Darüber hinaus müssen wir bei den Planungen auch davon ausgehen, dass die Verkehrsteilnehmer die entsprechenden Verkehrsregeln kennen und beachten.

    Hinsichtlich Ihrer einzelnen kritischen Anmerkungen ist aus sachlicher bzw. fachlicher Sicht folgendes auszuführen.

    Radfahrerführung Konrad-Adenauer-Brücke zur Landeszentralbank

    Es wäre fachlich sicherlich sinnvoll, die Radfahrer- und Fußgängerführung in diesem Abschnitt weiter zu optimieren. Durch die gegebenen örtlichen Rahmenbedingungen könnte eine spürbare Verbesserung jedoch nur durch erhebliche bauliche Maßnahmen mit Eingriffen in den Straßenraum bzw. die Seitenbereiche erzielt werden.

    Die Situation war bereits vor der Eröffnung der Rheingalerie so vorhanden und der betroffene Straßenabschnitt war auch nicht Bestandteil des durchgeführten Straßenumbaus im Umfeld der Rheingalerie. Ein Zusammenhang mit der Eröffnung der Rheingalerie ist daher nur insofern gegeben als nun dieser Bereich zeitweise vermehrt von Fußgängern genutzt wird. Diese verhalten sich zudem auch verkehrswidrig, indem sie für Radfahrer reservierte Abschnitte mitbenutzen, wodurch es zu gegenseitigen Behinderungen kommen kann. Es wird dabei aber zunächst abzuwarten sein, ob diese Entwicklung weiterhin so festzustellen ist.

    Aufgrund der Finanzsituation der Stadt wird aber kurz- bis mittelfristig keine Umsetzung der durchaus vorhandenen Planungsideen möglich sein. Es können somit nur geringfügige Anpassungen in Form von Beschilderungen und/oder Markierungen erfolgen.

    Sicherlich ist der Standort des Hinweisschildes auf Ausweichparkplätze nicht optimal gewählt und führt zu einer punktuellen Einengung des Geh- und Radweges. Allerdings mussten die Standorte für diese nur als vorübergehende Ergänzung gedachten Beschilderungen kurzfristig gefunden und realisiert werden. Diese ergänzende Beschilderung soll voraussichtlich im Januar auch wieder abgebaut werden. Sollte diese aber doch dauerhaft bestehen bleiben, muss dort auf alle Fälle nachgebessert werden.

    Das Fehlverhalten von Fußgängern kann nie ausgeschlossen werden. Um zumindest irrtümliches und unbewusstes Fehlverhalten der Fußgänger zu minimieren, werden wir prüfen, ob und wie die Situation durch zusätzliche Beschilderung und/oder Markierungen zu verdeutlichen wäre.

    Radfahrerführung am Stadtplatz

    Die Radfahrerführung im Bereich des Stadtplatzes wurde im Rahmen der Planungen intensiv diskutiert. Die jetzt umgesetzte Lösung wurde letztlich von allen Planungsbeteiligten als beste Lösung empfunden.

    Durch den Übergang von einem Radweg zu einem Radstreifen auf der Fahrbahn können Radfahrer weitgehend störungsfrei an wartenden Fußgängern vorbeigeführt werden. Denn der Fahrbahnrand stellt für Fußgänger eine eindeutige Kante dar. Auch sind Radstreifen auf der Strecke nicht immer rot markiert wie viele andere Beispiele im Stadtgebiet zeigen. Lediglich dort, wo sie als Radfurten über eine Kreuzung führen und auch vom Kfz-Verkehr überfahren werden, sind diese regelmäßig rot markiert. Da dies hier nicht der Fall ist, ist auch keine Rotspachtelung erforderlich. Zudem würde auch diese Rotspachtelung eine Fehlnutzung nicht verhindern. Hierzu ist eine entsprechend intensive Überwachung und Ahndung erforderlich.

    Nach der Querung des Stadtplatzes wird der Radstreifen wieder als Radweg weitergeführt, aufgrund der Platzverhältnisse jedoch als kombinierter Geh- und Radweg. Der ausgeführte bauliche Übergang in Verbindung mit der angebrachten Beschilderung ist eine übliche Lösung für solche Situationen.

    Radfahrerführung entlang der Rheingalerie

    Hier erfolgt eine gemeinsame Führung von Fußgängern und Radfahren, was natürlich eine verstärkte gegenseitige Rücksichtnahme mit entsprechender Anpassung der Geschwindigkeit bedeutet.

    Die Konflikte bzw. die ungeordnete Situation im Bereich der Bushaltestelle waren sicherlich zum Teil auch der noch fehlenden Haltestellenausstattung geschuldet. Der „schwarze Strich“ ist die Entwässerungsrinne und war nie als Trennlinie zwischen Fußgängern und Radfahren gedacht. Durch den zwischenzeitlich aufgestellten – aber derzeit noch provisorischen – Fahrgastunterstand wird die Situation klarer und den Fahrgästen wird eine entsprechende Wartefläche verdeutlicht. Wir hoffen, dass dadurch die angesprochenen Probleme entschärft werden können.

    Bezüglich der von Ihnen angemahnten fehlenden Hinweise zw. Kennzeichnung am Seitenausgang der Rheingalerie wollen wir prüfen, wie hier eine Verdeutlichung zu erreichen ist. Denkbar wären neben Hinweisschildern auch Piktogramme auf dem Pflasterbelag. Vor einer Umsetzung ist aber noch ein gewisser Abstimmungsbedarf notwendig.

    Im Bereich der der nördlichen Parkhausausfahrt wurden bei der Planung mehrere Varianten betrachtet, unter denen auch die von Ihnen wohl angedachte Lösung war. Nach einer Diskussion und Abstimmung mit allen zu beteiligenden Fachbehörden und Verkehrsinstitutionen sowie aufgrund der bautechnischen Notwendigkeiten wurde letztlich die realisierte Lösung als beste ausgewählt. Sie ist aus unserer Sicht ausreichend kenntlich gemacht und auch verkehrssicher. Denn die Ausfahrt für die Autofahrer bzw. die Querung des Radweges ist nur mit mäßiger Geschwindigkeit möglich.

    Baustellenbeschilderung
    Hierzu ist anzumerken, dass die dargestellte Beschilderung nur in Zusammenhang mit der Baumaßnahme selbst vorhanden war und wie Sie vermutlich auch schon bemerkt haben zwischenzeitlich wieder abgebaut ist.

    Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführung zumindest die Gründe für die vorhandene Radfahrerführung dargelegt und auch noch ein gewisses Optimierungspotential aufgezeigt zu haben.

    Selbstverständlich sind ich und meine Kollegen gerne bereit, sich mit Ihnen, auch in einem persönlichen Gespräch, über die Thematik auszutauschen. Vielleicht ergeben sich daraus auch noch weitere Ansätze aus der Sicht eines täglichen Nutzers der Ludwigshafener Radverkehrsanlagen. Denn für konstruktive Anmerkungen regelmäßiger Nutzer sind wir immer dankbar. Sollten Sie hierzu Bedarf sehen, können Sie sich gerne mit mir im neuen Jahr in Verbindung setzen.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie noch ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

    Mit freundlichen Grüßen”

    Jetzt sammle ich noch ein paar Fotos von falsch parkenden Autos, um die ich regelmäßig kurven muss. Und noch ein paar Argumente. Dann werde ich nochmal eine Runde zur Last fallen.

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  5. “Radfahrer absteigen” kann man getrost ignorieren. Das Schild gibt es laut StVO nämlich gar nicht, also hat es auch keine Rechtskraft. An Engstellen aufgesessen bleiben ist sowieso das vernünftigere, da man so weniger Breite beansprucht als abgesessen schiebend.

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