Eindrücke von der Hundemesse MyDOG in Göteborg:

Ich bin schön!
Alle jungen Hunde sind goldig, putzig, schön. Wenn das Kindchenschema seine Kraft verliert, wird die Zucht des Menschen leider deutlich sichtbar. Richtig hässlich sind nur wenige Rassen. Nackthunde (mit Fleecepulli gegen die Kälte!) werde ich beispielsweise nie mögen. Dann gibt es eine kleine Anzahl von Hunderassen, die mir gefallen. Meine Ansichten sind recht einfach: Stimmige, nicht extreme Proportionen und ein robustes Fell, welches ein Zusammenleben nach einer Jagd durch einen nassen Acker ermöglicht. Ein Gefährte, kein Modepüppchen. Und ein großer Anteil, der mich aus unterschiedlichen Gründen zum Schmunzeln bringt. Zum Beispiel die Diva auf dem obigen Foto oder der stundenlang gekämmte Hund ohne Augen hier:

Hund ohne Augen? Egal, hier zählen wohl nur Haare.
Der „Zirkus“ auf so einer Schau mit Wettkampf ist sehenswert. Es wird gesprüht, gefärbt, gekämmt, gestriegelt, gezupft und geschnitten. Viele Sprühdosen und einige Puder haben heute ihr Leben gelassen. Die meisten Hunde schienen sich aber damit arrangiert zu haben, so dass ich mir keine Gedanken machen muss.

Kämmen, dann alles abschneiden, was übersteht. Muss ich auch mal bei mir probieren...
Im Nachhinein bedaure ich es, mein Augenmerk nicht mehr auf die Besitzer gelegt zu haben. Bei den „stabilen“ Hunderassen waren viele Besitzer zu dick, Sweatshirt oder T-Shirt mit Sprüchen Standard, Männer als Beteiligte zu sehen. Bei den „schicken“ Rassen waren viele magere Modepüppchen mit Kostüm, Netzstrümpfen und Schleifchen zu entdecken, die Männer in der Minderzahl und nur zum Hüten des Standes abgestellt. Spielen mit dem Handy rettet hier bestimmt Ehen. Bei letzterer Gruppe läuft der Hund auch nicht so oft selbst. Es wird getragen oder im rosa (Kinder-)Wägelchen geschoben. Lebende Klischees.
Und was es alles zu kaufen gab. Dinge, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass man ohne diese gar nicht leben kann.
Aber bevor dies alles zu negativ klingt, es hat mir Spaß gemacht. Es gab viel zu sehen, auch nützliches.
Unbedingt erwähnen will ich noch die Vorführung des Minensuchhundes. Erstaunlich, wie der Hund trotz aller Besucher, des Lärms und der Blitzlichter den ausgelegten Teppichboden minutenlang in 30-Zentimeter-Streifen nach Landminen abgeschnüffelt hat. Vorher wurde gezeigt, wie ein Suchhund an einem Auto versteckte Munition aufspürt. Aber das sah eher nach Spaß für den Hund aus. Die lückenlose Suche nach Landminen in kleinen Streifen, den Kopf hin und her schwingend, sah anstrengend und eher nervig aus. Aber als ob es nichts wichtigeres als diese Aufgabe gäbe, blieb die Nase am Boden bis der gefährliche Duft erschnuppert wurde. Wirklich beeindruckend.












